New York – Niagara – Miami
… nun habe ich den Urlaub erstmal ca.10 Tage wirken lassen und werde nun diese Wirkung wiedergeben. Auch wenn wir uns durch einige Unwegsamkeiten kämpfen mussten, war es ein traumhafter Urlaub. New York ist eine unglaubliche Stadt und auch der Rest des Landes hat beeindruckt. Doch beginnen wir am Anfang…
Der Abflug von Frankfurt in Richtung New York (JFK) war schon von den bekannten negativen Umständen beeinflusst, durch die Aschewolke wurde unser Flug von 11:20 Uhr auf 15:40 Uhr verlegt und das schon Tage vorher. Ich hatte aus lieber langer Weile schon bei meinem lieben Bruder mal das Internet bemüht und voller Erstaunen festgestellt, dass unser Flug verschoben ist. Nun gut, wir haben uns trotzdem dafür entschieden, unseren geplanten Ablaufplan einzuhalten und schon gegen 9:00 auf dem Flughafen zu sein, zumal uns ein Kollege meines Bruders extra zum Bahnhof gefahren hat. Dieser überraschte uns dann auch überpünktlich mit frischem Kaffee und Kofferträger-Fähigkeiten, das hat mich echt beeindruckt. Dafür nochmal ein großes DANKE. Leider kam es dann auch noch ein bisschen schlimmer als erwartet, der Flug wurde von 15:40 Uhr auf 17:30 verschoben und unsere Route wurde über Grönland gelegt, sodass die Flugzeit sich um 1,5 Stunde verlängerte. Somit waren wir nicht um 14:00 Uhr in New York, sondern wann auch immer … gegen 21:30 Uhr Ortszeit.
Es war ein langer Flug und die Boing 767 war auch alles andere als bequem, wenigstens waren die Filme gut, welche onboard gezeigt wurden. Wir landeten 21.30Uhr in New York, der Landeanflug bei Nacht war atemberaubend. Nachdem alle deutschen Verbrecher (so wird man zumindest behandelt) die Einreiseformalitäten absolviert hatten, wurden wir via Shuttle zum alt erwürdigen Wellington (ein Witz den nur der versteht, der mal dort war) in der 7th Avenue gebracht und trafen dann auch endlich gegen 23:00 Ortszeit ein. Auch wenn wir müde waren und uns der Flug echt Kraft gekostet hatte, kamen wir nicht umhin und sind die erste Runde um den Block gegangen. Ja, 11 pm waren wir in New York und genossen die Stadt bei einer Runde um den Block, dieser Moment, der erste Eindruck, das Gefühl trotz aller Widrigkeiten da zu sein, es war sehr befreiend.
… New York
ist eine Stadt, wie ich noch keine in meinem Leben gesehen habe. Man kann diese Stadt erst beschreiben, wenn man sie bereits verlassen hat, da man in ihr die Relationen zur Außenwelt scheinbar verliert. Sie ist hoch, schön, laut, ruhig, hektisch, dekadent, arm … Wir hatten 4 Tage Zeit New York zu entdecken, auch wenn das nicht wirklich viel ist, hat es uns einen kleinen Überblick über die Stadt verschafft. Sandra war so clever und hat ein Stadtrundfahrt mit ‘hop on – hop off’ Möglichkeit gebucht, so konnten wir drei von vier Tagen die Busse kostenlos nutzen, um uns in der Stadt zu bewegen. Wir haben in den ersten beiden Tagen die üblichen Sehenswürdigkeiten besucht und mit einer Bootsfahrt rund um Manhatten, uns die Stadt von der Wasserseite her angeschaut und den Central Park schon mal gestreift….Es ist schon erstaunlich, wie sich die Stadt Richtung Downtown und Uptown verändert, Greenwich im Süden ist so anders als Midtown Manhatten oder gar Harlem und die Bronx. Es gibt zwei Aussichtsmöglichkeiten über die Stadt, das Empire State Building und das Rockefeller Center, wir haben uns beide atemberaubende Ausblicke angeschaut. So im Nachhinein würden wir den Blick vom Rockefeller Center empfehlen, man hat den
besseren, unverbauten Blick auf den Central Park und in Richtung Süden schaut man auf das Empire State Building und die Freiheitsstatue. Wer die Möglichkeit hat, sollte eines von beiden am Abend tun, the Rock hat bis 1:00 Uhr auf. Ich kann nur ahnen was für ein ***** Ausblick das ist. Wir haben uns den Samstag aufgehoben um den Central Park zu erobern, es ist erstaunlich wie ruhig und schön der Park ist, trotzdem er mitten in der Stadt liegt und immer wieder von recht gut befahrenen Straßen durchquert wird. Er ist so ganz anders als diese riesige stressige Stadt. An diesem Tag war ein 10km Lauf für irgendeinen guten Zweck und es waren tausende Läufer am Start. Der Park war viel größer als ich ihn mir vorgstellt hatte, wir sind Stunden gelaufen und haben es nur bis zur Mitte geschafft, haben uns dann eine große Wiese gesucht und mit vielen anderen zusammen die Sonne genossen.
Samstag Abend stand noch die Brooklyn Bridge bei Nacht auf unseren Plan, dies war ein besonderer Wunsch von Sandra, also machten wir uns schon gegen 14.00 Uhr auf den Weg nach
Downtown und das diesmal mit der U-Bahn. Es war schon ein beeindruckendes Schauspiel, zu sehen wie die Sonne zwischen den Wolkenkratzern unterging (wie man in der Galerie sieht). Es ist schon ziemlich romantisch und beeindruckend, wenn nach und nach die Lichter der Hochhäuser angehen und die Skyline von Downtown Manhatten in ein anderes Licht hüllt und im Hintergrund die Sonne zwischen den Wolkenkratzern verschwindet. Die Zeit verinnt dann sehr schnell und es dauert nicht lang dann steht man im Dunkeln auf der Brücke. Was soll man groß sagen, man muss diese Stadt erleben, wann immer man die Möglichkeit dazu hat, ich denke nicht, dass es unser letzter Besuch hier war, es wird sich sicherlich noch ein Vorwand für einen Besuch finden.
… Niagara – Philadelphia – Washington
Am Sonntag startete unser kleine Rundreise im Nordosten des Landes, es waren alle wichtigen Station geplant, besonders auf die Niagarafälle habe ich mich im Vorfeld sehr gefreut. Wir kamen am späten Nachmittag in Niagara an und durften das bis dahin beste Hotel beziehen, riesige Betten, ein sehr großes Zimmer und ein sehr schönes Bad. Nebenbei muss mal bemerkt werden, dass Sandra diese großen Betten sehr genossen hat. Am Abend stand noch eine Fahrt auf die kanadische Seite an und die damit die Fälle bei Nacht, welche ja sehr schön angestrahlt wurden. Leider mochte uns der kanadische Zoll an diesem Abend nicht oder vielmehr den Bus vor uns, so dass wir geschlagene 2,5 Stunden warten mussten. Der nächtliche Ausflug gestaltete sich auf Grund dessen dann auch etwas schwierig. Für die Fälle bei Nacht blieben uns dann gerade mal 10
Minuten, was mich schon an den Rand der Meuterei brachte. Es war gut, dass dies der einzige Patzer der Rundreise war, alles andere lief wie geplant. Bill Long unser Reiseleiter und nein das ist kein Künstlername, hat uns ansonsten recht gut betreut, auch wenn er vom Alter her wohl schon Rente bekommen sollte. Die Rundreise war schön und bot mit Washington und Philadelphia noch sehr viel Sehenswertes aber das absolute Highlight blieb bis dahin immer noch New York. Washington ist eine etwas künstliche Stadt, so hatte ich zumindest das Gefühl, im Gegensatz dazu empfand ich Philadelphia als eine sehr schöne Stadt mit unheimlich viel Scharm, kleine Gassen, viele Geschäfte, Starbucks, alles was man braucht. Als wir uns die Freiheitsglocke anschauen wollten, wurden wir leider von einem Sicherheitsalarm daran gehindert, eine Sondereinheit hat sich des Gebäudes bemächtigt
und es leider nicht mehr freigegeben bevor wir zurück ins Hotel mussten. Die Rundreise war eine gute Möglichkeit zwischen zwei selbst organisierten Wochen ein kleinen Teil des Landes zu geniesen. Bill hat uns mit der Mentalität des Landes vertraut gemacht und uns über die Amish und andere Eigenheiten des Landes erzählt. Er wusste, wo der nächste Fastfoodladen zu finden war oder wie man am besten früh zu Starbucks kam. Bill hatte Scharm, den Scharm eines 70 jährigen weltgewandten Reiseführers.
… Miami Beach
Freitag ging es zurück nach New York , denn wir wollten über Atlanta nach Miami fliegen. Wie gesagt – wollten! Ein Unwetter in Atlanta verhinderte unseren Abflug und Zwang uns dazu am JFK Flughafen in New York eine weitere Nacht zu verbringen. Dabei gab es zwei Möglichkeiten, wir bleiben auf dem Flughafen da unser Flug bereits gegen 8:00 Uhr in der Früh startete oder wir suchen uns ein Hotel. Die Option mit dem Hotelzimmer, welches wir im übrigen selber bezahlen sollten, wurde ganz schnell beiseite geschoben, bei Preisen von 399$ pro Nacht sprach die Chefin ein Machtwort und ich musste ihr leider zustimmen – nicht aktzeptabel. Also zurück zum Delta Airline Schalter und mal ein wenig auf den Putz gehauen und plötzlich hatten wir eine Telefonenummer für ein Motel. Nach ewigem hin und her mit dem Taxifahrer, welcher noch schlechter englisch sprach als wir oder uns nicht verstehen wollte, sprangen wir an unserem Motel raus und fragten nach einem Zimmer. Für 100$ durften wir hier die Nacht verbringen und wurden sogar am nächsten Morgen kostenlos zum Flughafen gebracht. Allerdings muss ich eingestehen war das Abendprogramm auch heftig, es war spät Abends dann doch sehr laut und ständig dieses F**** und B**** Wort auf dem Gang zu vernehmen, was uns an diese
Motelichzersägemalmeinegäste – Filme erinnerte. Nun irgendwann sind wir eingeschlafen und auch zeitig genug wieder aufgestanden. Ab zum Flughafen und nach Miami …
Miami Flughafen, ich hatte bis hier ja noch leichte Bedenken, ob unsere Koffer, welche ja die Nacht zuvor erstmal nach Atlanta flogen, nun auch wirklich in Miami angekommen sind, aber nach einigem hin und her haben wir diese am Delta Airline – Stand bekommen. Also ab ins Hotel ….
… ja ….. Miami, Palmen, 30 Grad, darauf hatten wir uns gefreut … es war schön, nach den ganzen Strapazen in Miami anzukommen und im Hotel die Koffer auf das Bett legen zu können. Das Hotel hat meine Erwartungen übertroffen und die Betten entsprachen auch den Ansprüchen meiner mittlerweile verwöhnten Frau! Nachdem wir das Zimmer begutachtet haben, ging es ab an den Strand und eine Runde über den Ocean Drive. Es war so ein Gegensatz zu dem bisher gesehenen, so anders, so Miami Beach! Frauen in kurzen Bikinis, durchtrainierte Männer alle gebräunt und posend am Strand.
Auch wenn wir einen halben Tag verloren hatten, jetzt war alles gut, also konzentrierten wir uns auf den nächsten Tag, die Harley Davidson war bestellt, nun ging es darum diese via Telefon nochmal zu bestätigen, den immerhin führten uns die nächsten beiden Tage nach Key West! Wir haben ein Motel auf den Keys gebucht und liesen uns von den Miami Eagle Raiders am Sonntag abholen. WoW, das war schon ein cooles Gefühl mit der Harley den Highway entlang zu fahren Richtung Süden, auch wenn wir dabei die erste Mautstelle gleich mal rechts liegen ließen. Wir bezogen unser Motel auf dem Hinweg, um uns ruhig auf den Abend und den anstehenden Sonnenuntergang am Abend vorzubereiten. Nun ja was soll ich sagen, ein Mann sollte einige Dinge in seinem Leben tun und wenn es passt, fahrt in den Sonnenuntergang Richtung Key West und geniest die Zeit, es ist ein unglaubliches Erlebnis.
Nachdem wir aus Key West zurück kehrten, stand noch eine Stadtrundfahrt durch Miami auf den Plan und noch ein Highlight zum Abschluss unseres Urlaubs. Die Everglades mussten natürlich noch besucht werden, wenn wir einmal hier waren. Ich weiß, dass es viele Dinge gibt die für uns Touristen organisiert werden und dieser Ausflug zu den Everglades war das beste Beispiel dafür. Trotzdem war es schön mit den Propellerboot durch die Sümpfe zu düsen und die Alligatoren (sehr junge Alligatoren) zu sehen und zu fotografieren.
Was gibt es abschließend zu sagen? Schaut es euch an, wer nicht da war, kennt einen großen Teil der herrschenden Kultur nicht. Fahrt hin und schaut euch an, was die USA ausmacht, Amerikaner haben zu vielen Dingen ein anderes Verhältnis, für viele Dinge ein anderes Verständnis. Uns wurde vorher oft gesagt, dass die Menschen in der USA sehr freundlich wären, das Fragen immer willkommen wären und man sehr hilfsbreit wäre, oft haben wir es so erlebt, das ein oder andere mal auch nicht. Die Menschen waren freundlich und hilfsbereit, sie waren immer bereit sich unseren Anliegen zu widmen, oder gar sich unseren Wünschen anzunehmen.
Auch nach diesen Erfahrungen oder gerade deswegen, wird es für uns ein zweites mal New York geben, ganz bestimmt sogar. Wenn jemand Tipps braucht, der meldet sich einfach, es gibt so im Nachhinein einige Dinge die wir anders gemacht hätten, wenn wir es nur vorher gewusst hätten. Ich denke wir hätten viel mehr Dinge noch vor Ort geplannt.
so long – für alle die bis hier durchgehalten haben – hier 70 von 2500 Bilder, also nur ein sehr kleiner Einblick eines unglaublich schönen Urlaub.
Der Sven
