Jeder der mich kennt, weiß dass ich mit Hunden bisher nie so richtig warm geworden bin, oder um es mal anders auszudrücken – die können mich einfach nicht leiden! Nun kann man sich darüber streiten, ob das Problem bei mir liegt oder bei den Hunden. Hier mal ein – zwei kleine Beispiele – vorher kurze Erklärung dazu – Sandra und ich haben es uns angewöhnt, eine abendliche Runde um den Block zu gehen, um vom Tag ein wenig Abstand zu gewinnen und den Stress abzuschütteln. Nun ist es in einer Stadt wie Leipzig nicht ungewöhnlich – oder sogar sehr wahrscheinlich – dass man dabei Hunden begegnet.
So weit, so gut! Sandra und ich gehen also unsere Runde, kommt uns ein junger Mann mit zwei Hunden entgegen, einem Rottweilermischling (angeleint) und einer Dalmatinerhündin (nicht angeleint aber tragend -> also dick) – der erste Blick bei einer solchen Begegnung geht zum Halter, ich denke da kann man schon viel über die Hunde ablesen. Da dieser einen guten Eindruck machte, wechselte der Sven erstmal nicht die Straßenseite, ein böser Fehler wie sich raustellen sollte … Wir näherten uns also den beiden Hunden und Sandra sprach den Dalmatiner auch freundlich an – kurzes Schwanzwedeln -> alles io -> nun kam ich in den Duft-Aktions-Wahrnehmungs-Beschützerkreis des Hundes -> und auf einmal -> unüberhörbares Knurren … mh … für mich war dieses Geräusch der Moment die Straßenseite zu wechseln – zügig, wobei ich Sandra fast noch die Hand gebrochen habe, da ich sie nicht los gelassen hatte!
Zweites Beispiel: Wir kommen beide von einem wunderschönen Abendessen und es kommt uns ein Beagle (angeleint) entgegen, welche ja nachgewiesen zu den liebsten Hunden überhaupt gehören, Sandra schon lange ein – ok ich würde sagen – Beagle – Fanatiker – beugt sich runter und streichelt diesen schönen Hund. Da sehe ich meine Chance, immerhin ist er jetzt mit meinem Weib beschäftigt, aber ich komme bloß bis ca. 15 Zentimeter vor die Hundeschnauze dann schnappt es in meine Richtung, bellt und knurrt … ja was denn nun? Keine Chance der Hund unterscheidet ganz klar zwischen – eh die hübsche Blondine darf mich streicheln und der Kunde daneben bekommt sofort eine verbraten wenn er mir zu nahe kommt.
Ja … ich gebe es zu, ich habe noch nicht viel Ahnung von Hunden, aber normal ist das mal nicht, oder? Dabei fällt mir eine Frage ein – warum binden Hundebesitzer ihre Kampfhunde immer genau einen Meter vom Supermarkteingang entfernt an – das macht Leuten wie mir echt zu schaffen! Nun haben wir uns schon lange Gedanken darüber gemacht, ob eine Beagle-Rüde namens Lanzelott unsere Familie komplettieren könnte. Mal abgesehen davon, dass es mir die Möglichkeit eröffnet Hunde zu verstehen, würden wir uns beide diesen Nachwuchs sehr wünschen. Nun habe ich schon mal das Beagle – Forum durchstöbert und auch einiges an Literatur gelesen, habe mit anderen Hundehaltern gesprochen und mit Sandra den einen oder anderen Gedanken versucht zu Ende zu spinnen. Dabei blieben zwei Dinge unumstößlich stehen
- JA, wir wollen gern einen Hund – einen Beagle!
- Nein, es ist im Moment noch nicht möglich!
Wir wollen den Hund, aber nicht um jeden Preis, beide sollen glücklich werden, sofern das ein Hund werden kann, wir wollen es nicht übers Knie brechen, sondern wohl überlegt handeln.
Doch eines haben wir am letzten Wochenende veranstaltet …. das erste Nachwuchs Casting, wir haben uns die Freiheit genommen und uns einen Termin bei einer Beagle Züchterin geben lassen, dabei haben wir uns den letzten Wurf mal etwas näher angeschaut. – 4 Wochen alt!
Aber der Reihe nach: Sonntag früh – also viel mehr mitten in der Nacht, standen wir auf um uns auf den Weg zu machen, wir sollten gegen 10:00 Uhr da sein, das bedeutete wir mussten gegen 9:00 Uhr losfahren … wow … das war eine Herausforderung. Es gelang uns pünktlich die Klingel zu drücken und ich war schon ziemlich aufgeregt, hatte ich doch noch die Stimme der Züchterin im Ohr, welche uns freudig 3 ausgewachsene Beagle und 6 Welpen angekündigt hatte. Da ich nat. von den vergangenen Erfahrungen mit Hunden geprägt bin, war ich besonders aufgeregt …. die Tür ging auf …. und es sprangen mir 3 große Beagle entgegen …. und es hat nicht einer geknurrt, oder gebellt, oder nach mir geschnappt. Sie sprangen raus und wollten gestreichelt werden! Jo -> so einen Hund wollte ich haben, einen der mich leiden kann!
Nach langem Gespräch über Haltung, Erziehung, Zeitaufwand und Fütterung – Verhalten und Sturheit usw. und unendlich vielen Streicheleinheiten für die Hunde durften wir uns dann nat. auch noch die Welpen anschauen. Ein wunderbarer knuffiger Haufen der uns in der Meinung stärkte – JA… zu einem Beagle zu sagen, NEIN… nicht um jeden Preis!
Auch wenn sie gerade eine halbe Stunde wach waren, haben sie uns viel Freude gemacht. Also werden wir noch ein zwei Jahre warten und dann mal schauen …. Und hier die Bilder
Der Sven

Unabhängig davon, das man in den genannten Situationen die Reaktionen der Hunde durchaus nachvollziehen kann, finde ich auf jeden Fall den Namen super. So bleibt, was mir verwehrt blieb wenigstens in der Familie!
Gruß
Lars
Du kannst die Reaktion der Hunde also nachvollziehen … das gibt mir ja sehr zu denken.
Der Sven